In den USA wird seit 2015 die Transparenz von Mediaagenturen untersucht und intensiv diskutiert. In Deutschland, wo die Wurzeln des neuen Media-Businesssystems gezüchtet wurden, haben wir 12 Jahre früher die Ursachen, Positionen und Konsequenzen ausgefochten. Warum haben die Amis uns nicht einfach gefragt? Warum schauen wir heute auch im Mediabusiness immer wieder zu unseren englischen oder englischsprachigen Kollegen und denken, die können uns am besten helfen? Dabei brauchen sie uns!

Seit der Due Diligence Axel Springer - SAT 1 in 2005 und den daraus resultierenden Kartellamtsermittlungen haben sich die juristischen Grundlagen für die Mediaagenturen verändert. Transparenz ist dadurch eliminiert worden. Heute erfolgt der Ein- und Verkauf im eigenen Namen und auf eigene Rechnung. Mit allen Konsequenzen. Das aber haben viele noch nicht mitbekommen oder nicht verstanden, und fordern noch immer Transparenz. Ich sage: Durchblick ist die neue Transparenz!

Denken wir noch einmal 5 oder 10 Jahre weiter: Plakate sind digitalisiert, und können online aktualisiert werden. TV, Funk, Außenwerbung sind verknüpft mit Informationssystemen. Dann werden wir … Bewegungsprofile für die Käufer von Spielzeug oder Maschinen-Geschirrspülmittel eruieren. Wir werden dann Flights anders definieren als heute. Plakatwerbung wird eine feste Konstante in der dynamischen Welt der Kommunikation darstellen, und Basismedium werden! Und dem Internet Konsumenten zuführen.
Immer wieder erhalte ich Anrufe von werbenden Unternehmen zu der Frage "Brauchen wir noch eine Mediaagentur?" Nicht häufig, aber immer öfter. Und alle haben die gleichen Fragezeichen auf der Stirn. Meine Antwort darauf ist simpel und direkt: Die Frage ist legitim, aber falsch. Es geht nicht darum, ob man noch eine Mediaagentur benötigt, sondern wozu. Die Gedanken der Unternehmen sind durchaus nachvollziehbar. Sie haben inzwischen selber sehr viel Know How gesammelt, sie haben eine gewissen...